Selbsthilfegruppen

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Eine Selbsthilfegruppe ist ein Zusammenschluss von ca. 6 bis 12 Personen, die sich regelmässig treffen. Die Teilnehmenden sind in derselben oder einer ähnlichen schwierigen Lebenslage. Diese wird hervorgerufen durch ein herausforderndes Lebensereignis oder eine körperliche oder psychische Erkrankung. Selbsthilfegruppenmitglieder wünschen sich, eine aktive Haltung zu entwickeln, um ihre Lebenssituation besser zu ertragen oder sogar zu bewältigen.

Eine Selbsthilfegruppe wird – im Gegensatz zu einer Therapiegruppe – nicht von einer Fachperson geleitet. Jedes Gruppenmitglied ist gleichberechtigt und mitverantwortlich. Dabei sind die Teilnehmenden sowohl in der hilfesuchenden als auch in der helfenden Rolle. Jedes Mitglied ist bereit, sich in die Gruppe einzubringen und auch für andere da zu sein. Alles, was in der Selbsthilfegruppe besprochen wird, ist vertraulich und darf nicht nach aussen getragen werden.

Selbsthilfegruppen sind kein Ersatz für eine therapeutische Behandlung durch Fachpersonen. Die beiden Angebote können sich gegenseitig ergänzen, aber nicht ersetzen.

Was bringt der Besuch einer Selbsthilfegruppe?

Zu erleben, dass andere Menschen das gleiche Schicksal teilen, tut gut und ist entlastend: Ohne viel erzählen zu müssen, wird man verstanden. Das spendet Hoffnung und Zuversicht. Die erlebte Solidarität unter Betroffenen und das Erlernen von neuen Bewältigungsstrategien kann Kraft in schwierigen Lebenssituationen verleihen und zu mehr Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung führen. Teilnehmende von Selbsthilfegruppen sind aktive Mitglieder der sozialen Gemeinschaft. Sie verbessern ihre Gesundheitskompetenz und werden zu mitgestaltenden Partnerinnen und Partnern im medizinischen und therapeutischen Behandlungsprozess.